Lecker: Gift im Essen

08 02 2007

Zur Einhaltung von Pestizidgrenzwerten in Obst und Gemüse erwartet man als Verbraucher eigentlich eine Reduzierung der Gifte in den Nahrungsmitteln, also weniger Gift auf den Feldern, weniger Gift in den Treibhäusern und weniger Behandlung nach der Ernte. Was aber wenn diese Grenzwerte seit Jahren immer wieder massiv überschritten werden und die Erzeuger dieser belasteten Lebensmittel auf stur schalten?

Ganz einfach: Dann erhöhen wir halt die Grenzwerte (wie auch gerade bei bei den CO² Emissionen geschehen). Kaum zu glauben? Aber so geschehen innerhalb der letzten Jahre - klammheimlich versteht sich. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) hat zwischen den Jahren 2004 und 2006 die Pestizidgrenwerte von hunderten Lebensmitteln angehoben, obwohl wissenschaftlich bewiesen ist, dass bereits die alten Grenzwerte zu Gesundheitsschäden führen konnten. Zum Teil wurden die Grenzwerte um das hundertfache (!) erhöht - so geschehen zum Beispiel bei Äpfeln. Von Paprika und Tomaten aus Spanien ganz zu schweigen. Da gibt es ganz schön viel Gift fürs Geld, wie schon Greenpeace treffend bemerkte.


Das Absurde daran ist, dass das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ganz andere zulässige tägliche Höchstdosen festgelegt hat. So liegt der zulässige Wert für etwa Chlorthalonil in Äpfeln um das Fünffache über der gerade noch zumutbaren Tagesdosis - der gesetzliche Wert liegt aber erheblich höher. So kommt es, dass völlig legal Tomaten aus Spanien verkauft werden dürfen, wovon 2 Stück vom BfR schon als schädlich für Kleinkinder eingestuft werden. Greenpeace hat auf Wochenmärkten und in Supermärkten 567 Proben von Obst und gemüse genommen.


Die Tester fanden vor allem in Trauben und Salaz aus Südeuropa Gifte in gefährlich hohen Dosen. Sie entdeckten in spanischen Paprika solch bedenkliche Mengen an giftigen Substanzen, dass bereits der Verzehr von 60 Gramm für ein Kind äußerst bedenklich sind. Das BfR stuft diese Dosis als gefährlich ein, die gesetzlich zugelassene Höchstmenge ist allerdings doppelt so hoch.

Wenn schon die Produzenten nicht freiwillig auf den Einsatz von Giften verzichten, warum nimmt dann der Gesetzgeber nicht seine Verantwortung war? Es riecht doch sehr stark danach, dass Lobby wirtschaftliche Interessen noch weit über dem Wunsch nach der persönlicher Unversehrtheit des einzelnen stehen.

Wer sich noch weiter in dieses traurige Thema einlesen möchte:

Greenpeace Einkaufsnetz (für gutes Essen und gute Produkte)

Videobeitrag Frontal 21 vom 06.02.2007

Der Recherchebericht von Greenpeace


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