In 4 Tagen zum Irland Fan - Kurzer Trip durch den Süden und Südwesten

03 09 2012

Da wo die gute Butter herkommt...

Ich war kürzlich geschäftlich in Irland. Es traf sich, dass unser Partner seinen Sitz im untersten Südwesten im Bezirk Kerry hat. So bot es sich an, den Kurzbesuch auf ein Wochenende auszudehnen.

Der Südwesten Irlands eignet sich ganz hervorragend für ein verlängertes Wochenende. Alles in allem haben wir knapp 1000 Km im Mietwagen abgespult. Der kam übrigens von SIXT und hat für volle 4 Tage 200,- EUR inkl. aller Versicherungen gekostet. Der sehr bequeme und gut ausgestattete Avensis war für die schmalen Straßen im Süden stellenweise eine Nummer zu breit. Etwas kleineres wäre oftmals die bessere Wahl gewesen.

Nach der Ankunft am Freitag Abend geht man natürlich erst einmal nach Temple Bar in Dublin. Wir waren im Auld Dubliner und wurden nicht enttäuscht.  2 Live Musiker am Abend, ein bunt gemischtes Publikum und angeregte Gespräche mit Einheimischen lassen sofortiges "ich bin in Irland Feeling" aufkommen.

Am Samstag Vormittag haben wir dann Dublin verlassen um mit einem Zwischenstopp in Kilkenny ein schönes Plätzchen im Süden zu finden. Leider war an diesem Wochenende ein Radrennen, so dass alle B&B ausgebucht waren - anstelle von Meerblick war nun überhaupt eine Übernachtungsmöglichkeit angezeigt. Diese fand sich recht einfach und preiswert in einer sehr speziellen Herberge in Cork. Eigentlich wollten wir große Städte und Schnellstraßen meiden, aber so war es auch OK, denn bis nach Blarney Castle waren es am Samstag nur 10 Minuten.

Leider waren wir ein paar Minuten zu spät, denn vor uns waren 21 Reisebusse, deren Insassen alle den Stein küssen wollten, so dass wir uns 1,5 Stunden Wartezeit und Blarney Castle sparten.

So blieb dann mehr Zeit für den sagenhaften und legendären "Ring of Kerry".  Dieser bot zwar einige Stunden lang interessante Landschfaten, aber viel zu wenig Ausblicke, Fernblicke und Seeluft. Zudem nerven irgendwann die entgegenkommenden Reisebusse. Ein hingegen sehr schöner Ort ist Knights Town, von dem man mit einer Autofähre wieder den Weg auf den Ring findet. Dieser Abstecher ist definitiv lohnenswert, weil etwas weiter ab vom Trubel.

Unser Hotel für den Abend war das Grand Hotel in Tralee. Ein sehr schönes altes Hotel mit Flair und einer schönen Gastro aus vergangen Zeiten - Frühstücksraum und Pub sind sehr, sehr schön. Gegessen haben wir woanders, und zwar im Cassidy's in der Abbey Street. Sehr empfehlenswert das Menu, welches drei Gänge feinster Speisen zu sehr moderaten Preisen bietet. Das Ambiente ist äußerst angenehm, wenn nicht sogar ein bisschen familiär.

Auf dem Rückweg nach Dublin haben wir uns für die Fahrt an der Westküste entschieden. Diese bot auf fast jedem Kilometer mehr Eindrücke und schönere Aussichten als der Ring of Kerry. Diesen würde ich das nächste Mal auch auslassen und mehr Zeit auf den Nebenstraßen nördlich davon (zwischen Tralle und Galway) verbringen. Die Autofähre bei Talbert Glinn ist eine schöne Abkürzung. Die gewonnene Zeit verbringt man dann an den Cliffs of Moher.
Dieser Höhepunkt meiner ersten irland Tour bietet unbeschreibliche Eindrücke von Natur und Elementen - Regen, Wind, Regenbögen, 200 Meter hohe Klippen und die allgegenwärtige Mystik verbinden sich hier zu einem Kraftort, der jeden Anwesenden auf eine Statistenrolle reduziert. Ein idealer Standort für die Cliffs of Moher ist übrigens Liscannor. Dieser kleine beschauliche Fischerort hat einen sehr alten Hafen und einige hübsche B&B - wir haben eines direkt am Hafen gefunden. Morgens schaute ich aus dem Fenster über den Hafen und die Bucht in die aufgehende Sonne - unbezahlbar und dafür stören dann auch manche Kleinigkeiten an der Unterkunft nicht. Wir waren übrigens sehr überrascht, als wir einer Empfehlung gefolgt sind und unser Abendessen in Vaughan's Anchor Inn eingenommen haben. Von außen eher eine kleine Hafenkneipe mit angeschlossenem B&B - beim Öffnen der Eingangstür stößt man an einen der Holztische, im Eingangsbereich ein Pub mit Krämerladen, der von der Sicherung über die Mausefalle und Rasierzeug alles verkauft, was man im Dorf so braucht - auf der Karte dann die Offenbarung. Was der Küchenchef dort auf die Teller zaubert hatte Sternniveau. So wunderte es auch nicht, als wir beim Hinausgehen diverse Auszeichnungen, wie auch ein Michelin Guide neben der Türe kleben sahen. Der Preis war zwar etwas höher aber durchaus OK.  Den Dienstag haben wir dann auf Nebenstraßen bis zur M6 im Norden verbracht, um uns über die Ringautobahn zum Flughafen bzw. zur SIXT Station vor zuarbeiten. Die Abgabe verlief problemlos - eine Tankstelle befindet sich direkt in Flughafennähe. Auf dem Rückweg nach Dublin haben wir die M6 bei Tyrells Pass verlassen, um einen netten Pub für das Mittagessen zu finden. Ganz gut gegessen haben wir dann in Kinnegad - Mittagstisch für 6 Euro. Das Essen war allerdings etwas schwer - erinnerte eher an Thanks Giving.

Diesen Trip kann man gut in 3 Tagen nachfahren, so dass ein Tag Urlaub reicht. Zu beachten ist, dass wir Dublin und lange Schlangen ausgespart haben. Trotzdem kam weder Stress noch Hektik auf. Nachdem ich nur die Isle of Man kannte, haben mich diese 4 Tage definitiv zum Irland Fan gemacht. Ach ja, und das Wetter ist eh egal - wer ohne Regenjacke nach Irland färt ist selbst schuld und mehr Regenbögen als dort habe ich noch nie gesehen.




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